Der X-Punkt: Ende des Executive Modus

Im Laufe einer Karriere gewinnen Menschen an Sicherheit. Alles gelingt scheinbar ganz von selbst. Von diesem Selbstbewusstsein kann auch ihre Umgebung profitieren. Sie sind souverän und milde gestimmt; müssen sich und anderen nichts mehr beweisen. Resonanz stellt sich ein, das Wirkungsprinzip ist in Reinkultur zu sehen.

 

Wenn die Flughöhe zu groß wird und der Anflugwinkel zu steil

Doch es lauern Gefahren: Sie heißen Selbstzufriedenheit und bald darauf Selbstüberschätzung. Das wahre Gesicht erscheint. Man sollte meinen, das ist gut. Doch das Gegenteil ist der Fall. Veränderung außen verlangt immer auch Veränderung nach innen. Wer dazu nicht fähig ist, sollte nicht an der Spitze stehen.

Und die Geführten? Menschen wollen gute Arbeit leisten, etwas bewirken. Sie wollen geschätzt und wertgeschätzt werden und wissen, wo ihr Platz in Bezug zu anderen ist. Geraten sie an Menschen, die zu hoch fliegen, mit zu steilem Anflugwinkel, zu viel „altitude“, dann sinkt die Führungswirkung.

 

Der X-Punkt

Gute Führungswirkung braucht unter anderem Lernfähigkeit. Ohne Lernen kommt niemand in den Executive Modus – und kann sich dort auch nicht lange halten. Doch es gibt diesen einen Punkt, an dem das Lernen nachlässt, an dem jemand Opfer seines Egos wird. Derselbe Punkt, an dem entschieden wird, ob er oder sie weiter an der Spitze bleibt – oder gehen muss. Stefan Wachtel nennt das den X-Punkt. Stellen Sie sich zwei Linien vor: die eine ist die Impact-Linie, die Gehalt und Bezüge, Umsatzverantwortung, Mitarbeiterstärke und Dienstgrade jeder Art abbildet, und am Ende gesellschaftliche Wichtigkeit. Die Linie darüber ist die Lernfähigkeit und Lernwilligkeit. Gute Executives erhalten diese Linie lange, und sie zieht die Impact-Linie darunter vielfach mit, wenn es gut läuft. Aber irgendwann hört Lernen auf, die obere Linie sinkt rapide und schneidet sich mit der unteren. Wichtigkeit steigt, Lernfähigkeit sinkt. Das katapultiert Sie heraus dem Executive Modus.

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Der X-Punkt des einen ist die Chance des anderen. Er ist der Moment, an dem jeder imstande ist, ob mit oder ohne Talent, auch die Besten zu überholen – wenn die zu oft gehört haben, wie gut sie sind, sich zurückgelehnt und nachgelassen haben.

Das Buch unterstützt Sie dabei, nachhaltig im Executive Modus zu bleiben.